Atlassian baut weiter auf massives Wachstum im Bereich HipChat, dem Gruppenchat, der speziell für Unternehmen entwickelt wurde. So wurde bekannt, dass die Australier den Videokonferenz-Service BlueJimp übernommen haben. BlueJimp, mit Sitz in Straßburg, ist das Unternehmen hinter Jitsi, einem Open Source Werkzeug für Chat & Videokonferenz. Künftig wird die Technologie aus dem Hause BlueJimp die derzeitigen Videofunktionen in Atlassian HipChat ersetzen. Davon werden sowohl die Server-, als auch die Cloud-Versionen profitieren.

Jitsi soll weiterleben

Die Softwareschmiede aus Sydney verspricht, dass Jitsi trotz der Übernahme weiterhin in der Open Source-Variante entwickelt werden soll. So bezieht Bernardo de Albergaria, Vizepräsident und Leiter der Zweigstelle für „Collaboration“, Stellung zur Zukunft der Software. Demnach sind die bereits hinter der offenen Software stehenden hellen Köpfe aus aller Welt viel eher in der Lage, Video-Funktionen an den Arbeitsplatz zu bringen, als Atlassian es jemals im Alleingang wäre. Somit setzt Atlassian gezielt auf die Zusammenarbeit mit Open Source Entwicklern, um HipChat voranzubringen.

WebRTC-kompatible Videobridge soll HipChat mit Gruppenvideo erweitern

Wie de Albergaria dem Technologie-Blog TechCrunch mitteilte, wird dank der Übernahme eines der ersten, neuen Features in HipChat die Unterstützung für Videokonferenzen in Gruppen sein. Derzeit unterstützt HipChat lediglich eins zu eins Video-Chats.

Eines der Kern-Produkte von Jitsi ist die WebRTC-kompatible Videobridge, ein skalierbarer Video Router. Dieser ermöglicht es Entwicklern, auf einfache Art Video-Chat-Dienste für mehrere Teilnehmer zu entwerfen. Während die WebRTC-Schnittstelle von den meisten modernen Browsern unterstützt wird, stellt diese lediglich rudimentäre Möglichkeiten für Videokonferenzen via Peer-to-Peer bereit. Um Chats mit mehreren Videoteilnehmern umzusetzen, benötigt man noch immer einen zwischengeschalteten Server. Das Besondere an der Technologie von Jitsi ist, dass diese den Fokus auf Video-Relaying legt. So kann ein einziger Server hunderttausende Clients gleichzeitig bedienen.

Die Zukunft von HipChat

Diese Skalierbarkeit ermöglicht es, Atlassian erneut zum First Mover zu machen: Nachdem HipChat die erste Lösung mit 1-zu-1 Video und nativen Clients für alle wichtigen Plattformen war, soll natives Gruppenvideo ebenfalls zuerst aus dem Hause Atlassian kommen, kündigt de Albergaria an. Da Jitsi ebenfalls Funktionen für die Audioabmischung und -aufnahme bereitstellt, kann man gespannt sein, um welche Fähigkeiten HipChat künftig erweitert werden wird.

Quellen & Links